Lagerplatz

Aus Pfadfinderwissen
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Rechtliches

Als Pfadfinder übernachtet man öfters im Wald. Aber was ist erlaubt und was ist verboten?

Prinzipell gibt es mehrere Stufen:

  • Betreten der öffentlichen Wege
  • Betreten abseits der Wege
  • Schlafen ohne Zelt
  • Schlafen mit Zelt

Eine Prüfung beginnt immer von oben nach unten. Wenn das obere Verboten ist, ist es nicht mehr notwendig weiter zu überlegen.

Ist das betreten von freien Landschaften und des Waldes erlaubt? Dazu wird das Bundesnaturschutzgesetz und Bundeswaldgesetz sehr deutlich.

Bundesnaturschutzgesetz § 59 "Betreten der freien Landschaft"

(1) Das Betreten der freien Landschaft auf Straßen und Wegen sowie auf ungenutzten Grundflächen zum Zweck der Erholung ist allen gestattet (allgemeiner Grundsatz).

(2) Das Betreten des Waldes richtet sich nach dem Bundeswaldgesetz und den Waldgesetzen der Länder. [...] .

Damit ist es ganz klar erlaubt zum Wandern freie Landschaften zu betreten. Das Bundeswaldgesetz regelt für den Wald folgendes.

Bundeswaldgesetz § 14 "Betreten des Waldes"

(1) Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung ist gestattet. [....]

(2) Die Länder regeln die Einzelheiten. Sie können das Betreten des Waldes aus wichtigem Grund, 
* Forstschutz
* Wald- oder Wildbewirtschaftung
* Schutz der Waldbesucher 
* Vermeidung erheblicher Schäden
* Wahrung anderer schutzwürdiger Interessen des Waldbesitzers, 
einschränken. [....] .

Damit ist das betreten des Wald eingeschränkt ebenfalls erlaubt. Die beiden vorherigen Gesetzt waren Bundesgesetze. Es gibt zusätzlich noch Landes und Komunale Gesetze die alles im Details klären. Meistens ist dies aber nicht notwendig. Ein Beispiel ist:

Im Waldgesetz NRW:

(Zu § 14 Bundeswaldgesetz)
(1) Verboten ist das

a) Betreten von Forstkulturen, Forstdickungen, Saatkämpen und Pflanzgärten,

b) Betreten ordnungsgemäß als gesperrt gekennzeichneter Waldflächen,

c) Betreten von Waldflächen, während auf ihnen Holz eingeschlagen oder aufbereitet wird,

d) Betreten von jagdlichen Ansitzeinrichtungen, forstwirtschaftlichen, imkerlichen und teichwirtschaftlichen Einrichtungen im Walde und

e) [ ...] das Zelten [ ...]


soweit hierfür nicht eine besondere Befugnis vorliegt.

Ohne Erlaubnis des Eigentürmers ist das Zelten in NRW und auch in gesamten Bundesgebiet verboten. Wer es doch tut, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Aber was geneau ist ein Zelt?

In einigen Verwaltungsvorschriften ist ein Zelt ein Objekt, welches eine Tragkonstruktion und eine Hülle hat. Das schließt, also alle von Pfadfindern verwendete Unterstände und Zelte ein.

Wie sieht es mit dem Übernachten aus?

Übernachten im Wald

Allgemein ist das Übernachten oder schlafen in keinem Gesetz ausdrücklich erwähnt. Damit darf ich, solange ich niemanden störe und das Gebiet betreten darf dort auch schlafen. Das gilt auch für Öffentliche Schutzhütten.

Natürlich gilt immer: Natur schädigen, Müll hinterlassen ist verboten und wäre natürlich immer ein Grund, dass sich jemand beschwert.

Es gilt immer der Grundsatz: Ein Pfadfinder sollten seinen Lagerplatz sauberer verlassen, als er ihn vorgefunden hat

Naturschutzgebiete

Naturschutzgebiet.JPG

In jedem Naturschutzgebiet gelten besondere Regeln. Natürlich ist das Feuer machen und Zelten verboten. In diesen Gebieten ist aber auch oft das verlassen von Wegen verboten. Auf dieser Seite [1] sind alle Schutzzonen von Deutschland verzeichnet und vor jeder Wanderung sollte man sich dort informieren, ob es Schutzzonen in seiner Wanderregion gibt.

Auswahl des Lagerplatzes

Temperaturunterschiede

Tal

  • mehr Tau, weil es Kühler ist
  • weniger Licht

Berg

  • wenn Richtung Osten, helle Morgensonne
  • oft weniger Spaziergänger, wenn es steil ist
  • windiger als im Tal

Lokale Umgebung

  • Herringe müssen in den Boden
  • wenige Steine
  • 4m x 4m Ebene Fläche (damit man erholsamen Schlaf bekommt) Eher mit dem Kopf nach oben, Smartphone als Wasserwaage
  • keine Hochstände, Häuser oder Wanderwege in direkter Umgebung
  • eher oberhalb von Siedlungen oder Wegen als unterhalb
  • keine direkte Gefahrenquelle in der Umgebung, weil man gefahrlos Holz sammeln, nachts raus oder im Dunkeln aufbrechen will
  • Wald weniger Wind und Regen als auf freien Feldern oder Wiesen. Im Wald mehr Bau- oder Feuerholz.
  • Nach Regen fallen noch lange Tropfen von Bäumen
  • Bei Sturm kann Totholz oder morsche Bäume fallen.
  • Vorsicht vor Erdrutsch oder Steinschlag
  • am besten Wasserquelle in der Nähe
  • Auf Hauptwindrichtung achten
  • keine Mulde, wegen Wasser ansammlung
  • Auf Tiertränken und Tierspuren achten, weil viele Waldtiere Nachtaktiv sind.


Kontrollfragen

Quellen und Weiterführende Links

Heimabende

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