Deutsche Pfadfinderbewegeung mit Geschichte des DPBM

Aus Pfadfinderwissen
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Schachbrett

Einführung

In keinem Land auf der Welt ist die Pfadfindergeschichte so undurchsichtig wie in Deutschland. Im Normalfall gibt es einen Pfadfinderbund (manchmal ein paar mehr) aber nie so viele wie in Deutschland. Die vermischung mit der Deutschen Jugendbewegung brauchte unterschiedliche Prägungen wie Kohten, Liedgut und Jujas.

Jugendbewegung vor den Pfadfindern

1896 entstand in Berlin die erste Wandervögelgruppe Die Wandervögel haben zwar direkt nichts mit den Pfadfinder zu tun, aber in Deutschland sind die Wandervögel mit den Pfadfindern verknüpft. Für uns selbstverständliche Sachen wie „Schwarzzelte“ oder „Jujas“ hatten ursprünglich nichts mit den Pfadfindern zu tun, sondern mit der Deutschen Jugendbewegung. Kein Land auf der Welt hat schwarze Zelte oder Jungenschaftsjacken. Die Wandervögel wurden von Lehrern , die mir ihren Gymnasiasten, wandern gingen.

Entstehung der Pfadfinder in Deutschland

Der britische General und ehemaliger Kundschafter Baden-Powell veranstaltete auf der Insel Brownsea mit 13 Jungen das erste Pfadfinderlager. Nach dem Erfolg dieses Lagers schrieb er das Buch „Scouting for Boys“ und gründete 1908 den ersten Pfadfinder Bund in England. 1911 wurde der Deutscher Pfadfinderbund DPB gegründet. Zuvor veröffentlichten Maximilian Bayer und Alexander Lion das übersetzte Pfadfinder Buch ins Deutsche. 1913 wurde von akademischen Verbänden und Wandervögelgruppen die Meißner Formel geprägt. „Die Freideutsche Jugend will nach eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, in innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten. Für diese innere Freiheit tritt sie unter allen Umständen geschlossen ein. Zur gegenseitigen Verständigung werden Freideutsche Jugendtage abgehalten. Alle gemeinsamen Veranstaltungen der Freideutschen Jugend sind alkohol- und nikotinfrei.“

1. Weltkrieg und seine Nachwirkungen

Während des ersten Weltkrieges wurden viele Gruppenführer in den Militärdienst eingezogen. Einige Pfadfindergruppen zerliefen bei anderen wurden die Gruppenführer deutlich jünger, damit veränderte sich die Jugendarbeit deutlich. Ein anderer Teil arbeitete mit den Wandervögeln zusammen. Nach dem Ersten Weltkrieg entstand die Bündischen Jugend aus einer Mischung von Pfadfindern und Wandervögel. 1919 Versuch des Aufbaus des alten DPB

Mittlerweile gab es drei unterschiedliche Spaten.

  • die alten Führer des DPB die aus dem Militärdienst zurückkamen
  • die jungen Führer die während des Krieges die Pfadfinderarbeit weitergeführt hatten
  • die Pfadfinder die sich während des Krieges mit den Wandervögeln zusammengetan haben.

In dieser Zeit entstanden auch die Koffesionellen Pfadfinderbünde Christliche Pfadfinderschaft Deutschland (evangelisch) und Gründung der Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (katholisch) Aufgrund der Besetzung des Ruhrgebietes (ab 1923) machen sich die dort ansäßigen Landesmarken selbständig und Gründeten 1927 die Deutsche Pfadfinderschaft Westmark (DPBW). Der DPBW zeigte deutliche nationalistische Tendenzen und durch eine Ablehnung des Internationalen Pfadfinderbüro aus England, bis die Besatzung völlig vorüber sei. Das Bundesabzeichen war das Schachbrett, was den Pfadfindern 1911 vom Kaiser verliehen wurde. Das Abzeichen hatte der DPB kurz zuvor abgelegt. Im Oktober 1930 gab es ein Bündnis des DPBW mit der Stahlhelmbund. Drei Jahre später wurde der DPBW dennoch zwangs aufgelöst. In den nächsten Jahren gab es Abspaltungen Neugründungen das änderte nichts daran, dass 1933 die Nazis den Großdeutsche Pfadfinder Bund gegründen wo alle Interkonfessionelle Bünde eintreten mussten. Der Großdeutsche Pfadfinderbund war defacto die Hitlerjugend. Damit mussten die Pfadfinder die wichtigsten Teile ihrer Identität aufgeben. Die Konfessionellen Bünde wurde kurze Zeit später verboten. Pfadfinder mussten sich in dieser Zeit heimlich treffen.

Nach dem zweiten Weltkrieg

In den Jahren nach dem Krieg wurden alte Pfadfinderbünde wieder neu gegründet. 1947, der DPB 1911, später DPBW (der aber bis 1969 kaum eine Rolle spielte) und 1948 der "Bund Deutscher Pfadfinder" (BDP) in den Westzonen. Gründung des Ringes Deutscher Pfadfinderbünde (RDP) durch BDP, CPD und DPSG. Ab 1955 gab es einige Abspaltungen des DPB. Ab 1965 politisierte sich der BDP zunehmend, was 1968 an einer Teilnahme an einer links-politischen Demonastration, auf einer Schulung endete.Dazu kam ein abrücken des ursprünglichen Pfadfindergedanken von z.B. (Kluft, Kleingruppensystem, Regeln Versprechen). Einige Monate später trat der Gau Mittelrhein (mit Schwerpunkt Köln) des BDP mit 600 Mitglieder in den gleichstarken DPBW ein. 1970 trat der DPBW in den heutigen DPV ein. (damals Deutsche Pfadfinder e.V.). Der Linkskurs des BDP setzte sich fort, was zu weiteren Austritten führte und zur Suspendierung des BDP aus dem RdP. Aus dem BDP ging der unpolitische BdP hervor. 1971 wurde nach Verhandlungen der BdP als einziger interkonfessioneller Bund in den RdP aufgenommen. Während des Treffens hatte der DPV sich Hoffnungen gemacht auch in den RdP zu kommen. Dieser DPV versucht in Zukunft oft in den (RDP) aufgenommen zu werden um somit in den Pfadfinder Weltverband Mitglied zu werden zu werden.

Gründung des DPBM

DPBM

1988 nannte sich der DPB-W in Deutschen Pfadfinderbund Mosaik (DPBM) um. Der Grund dafür war die Abgrenzung vom alten Namen, Zeichen und Geschichte. Der Name kommt von dem Bundeslager 1980 in Schmidtheim „ Gemeinsam gestalten wir den Bund“ Es gab eine neue Bundesordnung und Bundesverfassung. Unter anderen die Einführung des Roten Halstuchs für Rover.

Wichtige Elemente unseres Bundes sind:

  • HADDAK (Gründung 1985)
  • BULIBU (Seit 1986)
  • BuSiFe (Seit 1989)

Heute hat der DPV das Interesse verloren in den RdP und damit in die WOSM einzutreten.


Mitgliederzahlen der größten Deutschen Bünde
Name Mitgliederzahl
DPSG 95 000
VCP 47 000
BdP 30 000
DPV 29 000
DPBM 8 000

Kontrollfragen

Pfadfinderbewegung

  1. Wie sind die Wandervögel entstanden und welche Ziele verfolgen Sie?
  2. Wo ist der unterschied zwischen der Bündischen Jugend und den Pfadfinder? Nenne dafür jeweils 5 wichtige Eigenschaften der beiden Seiten.(Bündisch/Scoutitisch)
  3. Welche Elemente verwendet unser Bund noch heute von der Bündischen Jugend?
  4. Woher stammt die Pfadfinderbewegung ursprünglich und wer hat sie wie nach Deutschland geholt?
  5. Durch welche Geschichtlichen Ereignisse sind heute Pfadfinder und Bündische Jugend untrennbar miteinander verknüpft?
  6. Wieso hat sich der DPB-W vom DPB abgespalten?
  7. Wieso war eine Umbenennung (in DPBM) und Abgrenzung vom DPB-W für unseren Bund sehr wichtig?
  8. Erkläre den Missbrauch Pfadfinderischen und Bündischen Traditionen durch die Hitler-Jugend.
  9. Warum treten Pfadfinder so Militärisch auf?
  10. Wann wurden die Pfadfinder und der RDP wieder gegründet? In welchen Teilen von Deutschland war das?
  11. Wieso sind Westlichen Landesmarken aus dem BDP ausgetreten und in den DPB-W eingetreten?
  12. Was passierte mit dem BDP? und wie heißt der Nachfolger?
  13. Was ist der DPV und wieso wurde der gegründet?
  14. Wollte der DPV in den RDP eintreten? und wieso hat es nicht geklappt?
  15. Warum ist die Pfadfinderei im deutschsprachigen Raum so vielfältig?

Unser Bund

  1. Was ist das besondere an unserem Bund? Nenne dazu wichtige Elemente des Bundes.
  2. Was unterscheidet unseren Bund von der DPSG?
  3. Sind wir die einzig wahren Pfadfinder?
  4. Welche Bündnischen und Scoutitischen Elemente haben wir in unserem Bund?
  5. Wie ist unser Bund aufgebaut?

Quellen und Weiterführende Links

  • Wikipedia: Pfadfinder
  • "Wo kommen wir eigentlich her ..." Zeittafel zur Geschichte des Deutsches Pfadfinderbundes Mosaik
  • "Wege finden, Wege gehen" Führungshandbuch des DPBM
  • Bundesverfassung des DPBM
  • Dokumentation 1-5 des DPV

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